Betriebliche Ersthelfer im Unternehmen

Betriebliche Ersthelfer spielen eine entscheidende Rolle in Unternehmen, indem sie in Notfällen schnelle und wirksame Hilfe leisten. Ihre Anwesenheit stellt sicher, dass im Falle eines Unfalls oder einer plötzlichen Erkrankung sofortige Maßnahmen ergriffen werden können, um das Wohlergehen der Mitarbeiter zu schützen und schwerwiegende Folgen zu verhindern. Dies ist nicht nur für die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter wichtig, sondern auch für die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen und die Aufrechterhaltung einer sicheren Arbeitsumgebung.

Gesetzliche Anforderungen: Ausbildungspflicht nach DGUV Vorschrift 1, § 26

Nach der DGUV Vorschrift 1, § 26 sind Arbeitgeber verpflichtet, eine ausreichende Anzahl von Ersthelfern auszubilden und für deren regelmäßige Fortbildung zu sorgen. Damit wird sichergestellt, dass in jedem Betrieb ausreichend qualifizierte Personen zur Verfügung stehen, die im Notfall Erste Hilfe leisten können. Die Ausbildung muss bei einer von der DGUV anerkannten Stelle erfolgen und umfasst sowohl theoretische als auch praktische Inhalte.

Wie viele betriebliche Ersthelfer sind vorgeschrieben?

Die Anforderungen an Anzahl und Ausbildung der betrieblichen Ersthelfer sind klar definiert. Nach den Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV; § 26, DGUV Vorschrift 1) und der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) sind Arbeitgeber verpflichtet, Ersthelfer in ausreichender Zahl auszubilden und regelmäßig fortzubilden. Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass ihre Ersthelfer immer auf dem neuesten Stand der Erste-Hilfe-Maßnahmen sind und sich entsprechend fortbilden. Damit wird sichergestellt, dass die Erste Hilfe im Betrieb effektiv und gesetzeskonform durchgeführt wird.

Wie viele Ersthelfer in einem Betrieb erforderlich sind, hängt von der Größe des Unternehmens und den spezifischen Arbeitsbedingungen ab. Grundsätzlich gilt:

  • In Betrieben mit bis zu 20 anwesenden Versicherten muss mindestens ein Ersthelfer vorhanden sein.
  • In Betrieben mit mehr als 20 anwesenden Versicherten
    • in Verwaltungs- und Handelsbetrieben: 5 % der Beschäftigten müssen als Ersthelfer ausgebildet sein.
    • in sonstigen Betrieben: 10 % der Beschäftigten müssen als Ersthelfer ausgebildet sein.
  • in Kindertageseinrichtungen 1 Ersthelfer je Kindergruppe.
  • in Hochschulen 10% der Beschäftigten.

Mit diesen Vorgaben wird sichergestellt, dass immer genügend qualifizierte Personen zur Verfügung stehen, um Erste Hilfe zu leisten und bei Unfällen schnell reagieren zu können.

Ersthelfer im Betrieb

Ausbildung zum betrieblichen Ersthelfer

Ausbildung Ersthelfer im Betrieb

Was ist ein betrieblicher Ersthelfer?

Ein betrieblicher Ersthelfer ist ein Mitarbeiter, der speziell dafür ausgebildet wurde, im Notfall Erste Hilfe zu leisten. Diese Ausbildung umfasst grundlegende lebensrettende Maßnahmen und das Wissen, wie man bei Unfällen und plötzlichen Erkrankungen richtig reagiert. Betriebliche Ersthelfer sind ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Notfallmanagements.

Wer kann betrieblicher Ersthelfer werden?

Grundsätzlich kann jeder, der körperlich und geistig in der Lage ist, Erste Hilfe zu leisten, zum betrieblichen Ersthelfer ausgebildet werden. Es ist jedoch sinnvoll, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuwählen, die regelmäßig im Betrieb anwesend sind und an zentralen Stellen arbeiten, um im Bedarfsfall schnell erreichbar zu sein.

Wie wird man betrieblicher Ersthelfer?

Um betrieblicher Ersthelfer zu werden, müssen Beschäftigte einen Erste-Hilfe-Kurs bei einem anerkannten Anbieter absolvieren. Diese Kurse dauern in der Regel neun Stunden und decken alle wichtigen Aspekte der Ersten Hilfe ab, von den lebensrettenden Sofortmaßnahmen bis hin zur Versorgung von Wunden und Verbrennungen.

Welche Aufgaben hat ein Ersthelfer?

Zu den Aufgaben eines Ersthelfers gehören das Erkennen von Notfallsituationen, die Einleitung lebensrettender Sofortmaßnahmen, die Betreuung von verletzten oder erkrankten Personen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und die Durchführung von Erste-Hilfe-Maßnahmen. Ersthelfer müssen sich regelmäßig fortbilden, um ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem neuesten Stand zu halten.

Was gehört nicht zu den Aufgaben eines betrieblichen Ersthelfers?

Der betriebliche Ersthelfer hat nicht die Aufgabe, medizinische Diagnosen zu stellen oder längerfristige medizinische Behandlungen durchzuführen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, in Notfällen Soforthilfe zu leisten und professionelle medizinische Hilfe anzufordern. Sie sind auch nicht dafür verantwortlich, umfassende medizinische Entscheidungen zu treffen oder invasive Maßnahmen durchzuführen, die über die grundlegende Erste Hilfe hinausgehen.

Grundlegende Inhalte der Ersthelferausbildung

Der Erste-Hilfe-Grundkurs für betriebliche Ersthelfer beinhaltet in der Regel 9 Unterrichtseinheiten und deckt eine Vielzahl von Themen ab, die darauf abzielen, den Teilnehmern grundlegende lebensrettende Maßnahmen zu vermitteln. Die Kursinhalte umfassen:

  • Grundlagen der Ersten Hilfe
  • Lebensrettende Sofortmaßnahmen, wie die stabile Seitenlage und Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW)
  • Umgang mit Bewusstlosigkeit, Schock, Blutungen und Wunden
  • Maßnahmen bei Verletzungen des Bewegungsapparates (Knochenbrüche, Verstauchungen)
  • Versorgung von Verbrennungen und Verbrühungen
  • Behandlung von plötzlich auftretenden Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall

Die Kosten für den Erste-Hilfe-Grundkurs werden in der Regel von der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften) übernommen, wenn der Kurs im Rahmen der betrieblichen Ersthelferausbildung durchgeführt wird. Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass ihre Ersthelfer an solchen Kursen teilnehmen, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

Wann muss das Erste-Hilfe-Training erneuert werden?

Betriebliche Ersthelfer müssen ihre Kenntnisse alle zwei Jahre auffrischen. Diese regelmäßige Auffrischung ist notwendig, um sicherzustellen, dass sie immer auf dem neuesten Stand der Erste-Hilfe-Techniken sind und im Notfall effektiv handeln können. Die regelmäßige Fortbildung trägt dazu bei, dass die Ersthelfer routiniert und sicher mit Notfallsituationen umgehen können.

Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen

Es gibt mehrere renommierte Anbieter von Erste-Hilfe-Kursen, darunter das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Johanniter und die Malteser. Diese Organisationen bieten umfassende Schulungsprogramme an, die sowohl Grund- als auch Auffrischungskurse für betriebliche Ersthelfer umfassen. Sie verfügen über erfahrene Ausbilder und moderne Schulungseinrichtungen. Die BG stellt ein Verzeichnis aller Anbieter und Standorte zur Verfügung.

Inhouse-Schulungen bieten den Vorteil, dass sie direkt im Unternehmen durchgeführt werden können, was logistische Vorteile und Zeitersparnis mit sich bringt. Externe Kurse hingegen bieten oft eine spezialisierte Ausstattung und eine ablenkungsfreie Umgebung. Beide Modelle haben ihre Vorteile und können je nach Bedarf des Unternehmens gewählt werden.

Praktische Tipps für Arbeitgeber

Um Schulungen effizient zu planen und durchzuführen, sollten Arbeitgeber:

  • Den Schulungsbedarf regelmäßig überprüfen und planen
  • Geeignete Schulungsanbieter auswählen und Termine frühzeitig koordinieren
  • Rechtzeitig informieren und motivieren, an den Schulungen teilzunehmen
  • Schulungsinhalte auf die spezifischen Anforderungen des Unternehmens und der Branche abstimmen
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Motivation der Mitarbeiter

Die Motivation der Beschäftigten kann durch verschiedene Maßnahmen gefördert werden. Ein wichtiger Schritt ist die Betonung der Bedeutung der Ersten Hilfe für die persönliche Sicherheit und die Gesundheit der Kollegen. Dies schafft ein Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, in Notfällen kompetent handeln zu können.

Zusätzlich können Anreize wie Zertifikate oder kleine Belohnungen für die Teilnahme an Schulungen angeboten werden, um die Mitarbeiter zu motivieren. Eine regelmäßige Kommunikation über die Vorteile und Erfolge der Ersten Hilfe im Betrieb hilft, das Engagement aufrechtzuerhalten und die Bedeutung der Maßnahmen zu unterstreichen. Schließlich sollten Erste-Hilfe-Themen in betriebliche Gesundheits- und Sicherheitsschulungen integriert werden, um sicherzustellen, dass das Wissen stets auf dem neuesten Stand ist und im betrieblichen Alltag verankert bleibt.

Fazit

Die betriebliche Erste Hilfe ist ein zentraler Bestandteil der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes in Unternehmen. Durch die Ausbildung und regelmäßige Fortbildung von Ersthelfern sowie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben wird sichergestellt, dass im Notfall schnell und effektiv geholfen werden kann.

Berater:in vor Ort