Ventilierte Chest Seals
• verfügen über ein integriertes Einwegventil
• ermöglichen das Entweichen von Luft oder Blut aus dem Brustraum
• verhindern gleichzeitig das Nachströmen von Luft
Diese Variante wird oft bevorzugt, da sie das Risiko eines Spannungspneumothorax reduzieren kann.
Nicht-ventilierte Chest Seals
• bieten eine vollständige Abdichtung der Wunde
• werden in bestimmten Einsatzszenarien verwendet, insbesondere wenn kein Ventilprodukt verfügbar ist
Im taktischen Umfeld kann auch improvisiert werden, allerdings bieten geprüfte Produkte deutlich höhere Sicherheit.
Grundprinzipien der Anwendung
Die Versorgung einer offenen Thoraxverletzung mit einem Chest Seal folgt klaren Grundsätzen:
1. Schnelle Identifikation der Verletzung
Offene, „saugende“ Wunden im Brustbereich erfordern sofortiges Handeln.
2. Freilegen der Wunde
Kleidung und Verschmutzungen werden soweit möglich entfernt.
3. Reinigung (falls möglich)
Grobe Verunreinigungen sollten entfernt werden, ohne Zeit zu verlieren.
4. Anbringen des Chest Seals
Der Verband wird direkt auf die Wunde aufgeklebt und luftdicht versiegelt.
5. Kontrolle der Atmung
Nach der Anlage ist eine kontinuierliche Beobachtung essenziell.
6. Ein- und Austrittswunden beachten
Bei penetrierenden Verletzungen, insbesondere bei Schussverletzungen mit Durchschuss, müssen sowohl Eintritts- als auch Austrittswunden kontrolliert und versorgt werden. Die Austrittswunde fällt häufig größer aus als die Eintrittswunde und kann leicht übersehen werden. Daher sollte nach der Erstversorgung der gesamte Brustkorb auf weitere Verletzungen untersucht werden. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, mindestens zwei Chest Seals mitzuführen, um beide Wunden zuverlässig abdichten zu können.