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Erste Hilfe bei Babys und Kleinkindern – So handeln Sie im Notfall richtig

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Babys oder Kleinkindern unterscheiden sich deutlich von der Erstversorgung von Erwachsenen – nicht nur in der Durchführung, sondern auch in der Vorbereitung. In unserem FAQ zur Ersten Hilfe bei Babys und Kleinkindern erfahren Sie, wie Sie im Ernstfall richtig reagieren, welche Maßnahmen speziell bei Babys anzuwenden sind und was unbedingt in die Notfallapotheke gehört.

Eine Frau in blauer Kasack und weißer Hose übt an einem Babypuppen-Torso auf einer roten Matte die Herzdruckmassage.

Was sind die häufigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Babys und Kleinkindern?

  • Maßnahmen bei Fieber und Fieberkrämpfe 
  • Reaktion auf Insektenstiche oder allergische Reaktionen 
  • Wundversorgung bei kleineren Verletzungen 
  • Maßnahmen bei Verschlucken oder Erstickungsgefahr 
  • Beruhigung und Beobachtung nach Stürzen 
  • Erste Hilfe bei Sonnenstich oder Hitzeschlag

Was gehört in die Notfallapotheke für Babys und Kleinkindern?

Eine gut ausgestattete Baby-Notfallapotheke sollte enthalten: 

  • Fieberthermometer und fiebersenkende Zäpfchen 
  • Nasensauger und Kochsalzlösung 
  • Wunddesinfektionsmittel (ohne Alkohol) 
  • Hautfreundliche Pflaster, Verbandmaterial und steriler Tupfer 
  • Fieberzäpfchen oder Saft (altersgerecht) 
  • Pinzette, Zeckenzange, Baby-Nagelschere 
  • Beipackzettel aller Medikamente 

Tipp: Ergänzen Sie Ihre Hausapotheke mit einer kindgerechten Erste-Hilfe-Anleitung.

Wie führe ich Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Baby und Kleinkind durch?

Bei Babys und Kleinkindern gelten besondere Regeln. Entscheidend ist ein ruhiges, aber zügiges Vorgehen. Folgende Schritte sind zu beachten:

  1. Kind ansprechen und prüfen: Reagiert das Kind? Atmet es? 
  2. Notruf absetzen (112): Schon bei einem ernsten Verdacht – besonders bei Atemnot, Bewusstlosigkeit oder Krampfanfällen. 
  3. Atemwege freihalten: Kopf überstrecken bei Kleinkindern – nicht bei Säuglingen! Hier reicht leichtes Anheben des Kinns.
  4. Atmung prüfen: Brustkorbbewegungen, Atemgeräusche, Luftstrom an Wange fühlen.
  5. Wiederbelebung starten, falls keine Atmung erkennbar ist (siehe unten).

Quelle: Die Malteser stellen die wichtigsten Tipps zu Erste-Hilfe-Maßnahmen für Babys und Kleinkinder vor.


Wie führe ich Wiederbelebungsmaßnahmen bei Babys und Kleinkindern durch?

  • Babys: 30 Herzdruckmassagen mit 2 Fingern + 2 Beatmungen, im Wechsel – mit ca. 100–120 Kompressionen pro Minute. 
  • Kleinkinder (1–8 Jahre): hier ist die Abfolge identisch, anstelle der Finger wird jedoch mit einer Hand auf den Brustkorb gedrückt.
Ein weinendes Baby in gelber Windel wird von einer Person in blauem Shirt und beiger Hose beruhigend gehalten.

Stabile Seitenlage bei Babys

Ist der Säugling bewusstlos, atmet aber normal, ist der Einsatz der stabilen Seitenlage erforderlich:

  1. Knien Sie sich seitlich neben den Säugling und drehen Sie ihn zu sich. 
  2. Stützen Sie ihm mit einem Polster oder einem anderen weichen Gegenstand den Rücken. Der Kopf sollte in gerader Position und der Mund an tiefster Stelle geöffnet bleiben, damit eventuell Erbrochenes abfließen kann. 
  3. Atmung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überprüfen

Worin unterscheidet sich die Erste Hilfe von Erwachsenen und Babys?


Bereich Babys und Kleinkinder Erwachsene
Herzdruckmassage Zwei Finger (Baby), eine Hand (Kind) Zwei Hände
Beatmung Mund über Mund & Nase Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase
Anatomie Empfindlicher Brustkorb Robuster, größere Atemwege
Reaktion auf Trauma Schnelle Erschöpfung, Kreislauf instabil Stabilere Vitalfunktionen

Checkliste Wichtige Erste-Hilfe-Kenntnisse für Babys

Im Folgenden haben wir Ihnen eine erste Übersicht an notwendigen Erste-Hilfe-Kenntnissen für Babys zusammengestellt. Bitte beachten Sie, dass dies keine Beratung bzw. Behandlung durch den Kinderarzt und keinen professionellen Erste-Hilfe-Kurs für (werdende) Eltern ersetzen kann.

Erkennen von Notfällen 

  • Eignen Sie sich Kenntnisse an, um einen Fieberkrampf (z.B.Zuckende Muskeln, verdrehte Augen), Bewusstlosigkeit (Baby reagiert nicht) oder Atemnnot (z.B. rasselnde Atemgeräusche, blasse oder gräuliche Haut) zu erkennen
  • Differenzierung wichtig: "Wann ist es ein Notfall – und wann sollte das Kind beobachtet werden?"

Fieber und Fieberkrampf richtig einschätzen

  • Fieber mit geeigneten Mitteln senken (z.B. Zäpfchen)
  • Maßnahmen bei Fieberkrampf: Kind schützen, nicht festhalten, Notruf absetzen

Maßnahmen bei Verschlucken oder drohender Erstickung

  • Auf einen Stuhl setzen, die Beine eng aneinander, das Baby bäuchlings auf den Oberschenkel legen. Der Brustkorb liegt auf den Knien. 

  • Rückenklopfen in Bauchlage (Kopf tiefer als Rumpf) 

  • Brustkorbkompressionen bei schwerer Atemwegsverlegung 

  • Keine blinden Mund- oder Rachenmanipulationen!


Ein Baby im gelben Strampler wird sicher von einem Erwachsenen gehalten, dessen Hand sanft den Babyrücken stützt.

Maßnahmen bei Stürzen oder Kopfverletzungen

  • Symptome einer Gehirnerschütterung kennen (Erbrechen, Apathie, Bewusstlosigkeit)

Wundversorgung bei Babys

Warum ist ein Erste-Hilfe-Kurs sinnvoll?

Wer regelmäßig mit Kindern zu tun hat, sollte in der Lage sein, im Notfall Erste Hilfe zu leisten. Dies gilt nicht nur für Eltern, sondern auch für Angehörige, pädagogisches Fachpersonal und ehrenamtliche Betreuer. In speziellen Erste-Hilfe-Kursen für Kindernotfälle lernen Teilnehmende, wie Unfälle vermieden und sowohl kleinere Verletzungen als auch lebensbedrohliche Situationen sicher versorgt werden können. Solche Kurse werden bundesweit angeboten. 

Fazit: Erste Hilfe bei Babys erfordert Wissen, Übung und Ruhe. Eltern, Großeltern und Betreuungspersonen sollten regelmäßig an einem Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder teilnehmen – denn im Notfall zählt jede Sekunde. Stimmen Sie sich hierzu mit Ihrem Kinderarzt ab.